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Zelteinsatz auf der Schwäbischen Alb

Zu einwöchiger Zeltevangelisation kamen jeden Abend rund 400 Menschen
Suspendierter sächsischer Evangelist begeistert im Südwesten

Winterlingen (idea) – Der suspendierte sächsische Evangelist Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) sorgte bei einer Evangelisation im Südwesten der Republik eine Woche lang jeden Abend für ein volles Zelt. Christen vor Ort hatten den Evangelisten mit seinem Team zu den „Ökumenischen Begegnungstagen“ in die baden-württembergische Kleinstadt Winterlingen (bei Reutlingen) eingeladen. Federführend waren die Evangelische Kirchengemeinde Winterlingen und die Katholische Seelsorgeeinheit Straßberg. Zu den Veranstaltungen vom 1. bis 8. Juli kamen jeden Abend rund 400 Interessierte, darunter auch zahlreiche Kirchenferne. Scheufler predigte unter anderem zu Themen wie „Gott will alle trotz Angst und Ohnmacht“ oder „Gott will alle trotz Ehekrach und Liebeskummer“. Am Ende der Abende gab es nach dem Vorbild der Großevangelisation ProChrist jeweils einen „Ruf zum Kreuz“. Wie Scheufler auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, kam nur an einem Abend niemand nach vorn, sonst bis zu zehn Besucher pro Veranstaltung. Ortspfarrer Ernst Nestele zeigte sich gegenüber idea beeindruckt von dem Interesse an der Zeltevangelisation: „Wir erleben Kirche hier, wie die Bibel sie beschreibt. Das ist ganz an Jesus Christus orientierte Bekenntnisökumene.“ Darin seien sich die Seelsorger der beteiligten Kirchengemeinden trotz unterschiedlicher Konfession völlig einig, so Nestele. Angesichts des riesigen Zulaufs könne keine Rede sein „vom Ende der Zeltevangelisation“. Scheufler, der zu 80 Prozent als Jugendevangelist in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens angestellt ist, war vor knapp einem Monat vom Dienst in der sächsischen Landeskirche suspendiert worden. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Evangelisationsteams hatte er eine Erklärung unterzeichnet, in der es hieß, man erkenne die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche an. Als Grund wurde die Entscheidung von Kirchenleitung und Landessynode angegeben, die Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen.
© idea 

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v.l.: Nikolaus Ostrowitzki (kath. Pfarrer),  Daniel Scheufler (Pianist), Lutz Scheufler,
Frank Döhler (Sänger), Ernst Nestele (ev. Pfarrer)

 

SCHWARZWÄLDER-BOTE

Winterlingen - In einem prall gefüllten Zelt und in sommerlich-festlicher Stimmung sind an einem sonnigen Abend in Winterlingen die "Ökumenischen Begegnungstage unter dem Zeltdach" zu Ende gegangen.
Noch einmal zieht es mehrere hundert Menschen in das Zelt gegenüber dem Winterlinger Freibad. Sie erleben eine lockere Atmosphäre und viel Musik zum Ausklang. Conny Hensel von der evangelischen Kirchengemeinde Winterlingen überreicht Evangelist Lutz Scheufler einen Geschenkkorb mit schwäbischen Spezialitäten und verweist in ihrer Begrüßung auf die Gruppen und Kreise der Kirchengemeinden, in denen es für Interessierte weitergehe, "auch wenn das Zelt wieder weg ist".
Im Vorprogramm wird für die Zuschauer das Märchen vom König und dem Narren inszeniert. Alle Menschen seien Geschöpfe Gottes, verkündet Prediger Scheufler aus Waldenburg in Sachsen. Doch erst, wenn sie Gott in ihr Leben hinein ließen, würden sie zu "Kindern Gottes". "Licht, Luft, Wasser und Wärme braucht der Mensch. Er wächst blüht und gedeiht aber nur durch die Liebe", singt der Evangelist – und der Musiker Scheufler schafft es dabei, gleichzeitig Gitarre und Mundharmonika zu spielen und hin und wieder zwischen den Liedern einen Witz und eindrückliche Worte einzustreuen. Zum Thema des Abends "Gott will alle, trotz Reisen ohne Ziel" merkt Scheufler an, dass ihn der Spruch "Der Weg ist das Ziel" nicht überzeugt. Es müsse einen Halt- und Orientierungspunkt geben, der über die alltäglichen Belanglosigkeiten hinausgehe. Sonst laufe der Mensch Gefahr, nur "zu suchen und nichts zu finden".
"Bibellesen macht klug und ist wichtig für das Verständnis vieler literarischer Texte." Die Heilige Schrift, so Scheufler, zeige sämtliche Lebensvoraussetzungen auf. "Wir haben ein Leben lange an der Heiligen Schrift zu lernen", sagt der Prediger.
Nikolaus Ostrowitzki, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Straßberg, und Pfarrer Ernst Nestele von der evangelischen Kirchengemeinde Winterlingen zeigen sich beeindruckt von den Worten Scheuflers und der Resonanz aus der Veranstaltung. Während Nestele seine Dankbarkeit "gar nicht in Worten fassen" kann, stellt Ostrowitzki fest, Scheufler habe das Herz der Zuschauer angesprochen. Ihn freue es besonders, dass sehr viele Jugendliche und junge Erwachsene anwesend seien.
"Hätten sich Leo X. und Martin Luther genauso gut verstanden wie wir, dann hätte es kein abendländisches Schisma gegeben", zieht Ernst Nestele ein Fazit aus den Begegnungstagen, bei denen katholische und evangelische Christen zueinander gefunden haben. Die Veranstaltung habe neue Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit der beiden Kirchen vor Ort im Rahmen der Ökumene gelegt, meint der Moderator der Begegnungstage, Manfred Maag aus Winterlingen.
"Es war super und die Band war top", resümiert eine junge Erwachsene. Die 16-jährige Annika Rudischhauser findet es großartig, dass die gepredigte Botschaft alle Generationen anspreche, und Biselli Luitgard aus Harthausen spricht von Worten "mit Hand und Fuß", die ankamen. David Kissling (22) nennt es "schön, dass sich evangelische und katholische Kirche gemeinsam für die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens engagieren". "Dass der Prediger heute selbst gesungen hat", gefällt Hanna Burkhardt (13), und: "Das könnte man öfter machen", schlägt Wolf-Christian Schneider aus Winterlingen vor.
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