Walter-Künneth-Preis

Sächsischer Evangelist in Bayern geehrt

Lutz Scheufler erhielt den Walter-Künneth-Preis

Nürnberg (idea) – Der sächsische Evangelist und Liedermacher Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau) hat den Walter-Künneth-Preis der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern erhalten. Er habe am Zeugnis der Bibel festgehalten, obwohl er deshalb persönliche Nachteile in Kauf nehmen musste, sagte der Vorsitzende der Sammlung, Andreas Späth (Sachsen bei Ansbach).

Walter-Künneth-Preis

Die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens hatte Scheufler zum 31. März gekündigt, weil er nicht bereit war, eine Erklärung des Evangelisationsteams Sachsen zurückzunehmen. Darin hatten er und weitere Mitglieder des Teams erklärt, die kirchenleitenden Gremien – also Landesbischof Jochen Bohl und die Landessynode – nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anzuerkennen. Die Unterzeichner rechtfertigten diesen Schritt mit der Entscheidung der Kirchenleitung, Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partner zu öffnen. Dies widerspreche dem Zeugnis der Bibel. Seit dem 1. April ist Scheufler als freier Evangelist in landes- und freikirchlichen sowie unabhängigen Gemeinden, in pietistischen Gemeinschaften und CVJM-Gruppen in ganz Deutschland unterwegs. Den Lebensunterhalt des fünffachen Familienvaters finanziert ein Freundeskreis. Die nach dem Erlanger Theologieprofessor Walter Künneth (1901-1997) benannte, nicht dotierte Auszeichnung wurde am 6. Oktober in Nürnberg verliehen.

In einer Reihe mit Martin Luther

Als Laudator würdigte der Theologe und Philosoph Prof. Harald Seubert (Basel) Scheuflers Standfestigkeit, die er in eine Reihe mit Martin Luthers Ausspruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ stellte. „Wo den Menschen und den jeweiligen Zeitgeistern mehr gehorcht wird als Gottes Gebot und Weisung und dies für kirchlich und christlich ausgegeben wird, dort ist der status confessionis (Bekenntnisstatus) erreicht“, sagte Seubert. Auch kirchliche Mitarbeiter hätten ein Recht, den geistlichen Auftrag der landeskirchlichen Leitungsorgane grundsätzlich zu bestreiten. Seubert nannte es „empörend“, dass eine Landeskirche einem Prediger kündige, der an das Fundament der Kirche erinnere. Dagegen könnten Pfarrer und Theologen amtieren, „die die Geltung von Gottes Wort in Zweifel ziehen und den Götzen des Zeitgeistes folgen“.

Scheufler: „In Sachsen ist das Bischofsamt unbesetzt“

In seiner Dankesrede bekräftigte Scheufler seine Kritik an der sächsischen Kirchenleitung. Er bete für Herrn Bohl, dass er umkehre und sich bekehre. Für einen Bischof Bohl könne er nicht beten, da das Amt in Sachsen unbesetzt sei. Eine Beschränkung des Widerspruchs auf die Haltung zur Homosexualität, wie es die Sächsische Bekenntnisinitiative empfohlen habe, lehnte Scheufler ab: „Wer an einer Stelle ganz bewusst Irrlehre vertritt, dem muss ich dies an anderen Stellen auch zutrauen.“
Es gebe allerdings auch einen Grund zum Danken: Die Kündigung habe ihn und das Evangelisationszelt in ganz Deutschland bekannt gemacht, so Scheufler. Eine solche Werbekampagne hätte das Evangelisationsteam nicht finanzieren können …

© idea – 07.10.2013 / Fotos: Wilhelm G. Adelberger (München)

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Bisherige Preisträger:

2004: Hans Apel, Bundesminister a. D.
2005: Oskar Sakrausky, evang.-luth. Altbischof von Österreich
2006: Theo Lehmann, Pfarrer und Evangelist
2007: idea, evangelische Nachrichtenagentur
2008: Susanne Geske, Witwe des am 18. April 2007 ermordeten Tilmann Geske
2009: Maria Grundberger, Andrea Käppler, Tamar Küchler, Aline Queck und Kirsten Zeil, Hebammen
2010: Walter Obare Omwanza, Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kenia
2012: Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tanzania

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